Außenliegender Sonnenschutz hält Räume auch an heißen Tagen kühl – ganz ohne Klimaanlage. Markisen, Jalousien und Rollläden reduzieren effektiv Hitze und sparen dabei Energie. Der Verband Fenster + Fassade (VFF) gibt Tipps für den optimalen Sonnenschutz für das eigene Zuhause.
Heiße Sommer, kühle Häuser – am Mittelmeer ist das kein Widerspruch. In südlichen Ländern schützen farbenfrohe Markisen und Rollläden vor den Fenstern die Wohnungen vor der heißen Sonne. Der nachhaltige Sonnenschutz ist hier eine uralte Kulturtechnik: Schon die alten Römer benutzten ausfahrbare Sonnensegel, um das Kolosseum zu beschatten. Das bewährte Prinzip ist heute aktueller denn je: Denn außenliegender Sonnenschutz reduziert die Raumtemperatur spürbar und macht in vielen Fällen eine Klimaanlage überflüssig.
Effektiver Sonnenschutz beginnt außen vor dem Fenster
Der beste Hitzeschutz fängt dort an, wo die Sonnenstrahlen auf das Gebäude treffen – vor der Fensterscheibe. „Effektive Beschattung mit gutem Sonnenschutz kann ca. 90 Prozent der Sonneneinstrahlung abhalten und verhindert damit eine übermäßige Aufheizung der Räume“, erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange. Im Gegensatz zu innenliegenden Lösungen wie Vorhängen oder Rollos bleibt die Hitze draußen, bevor sie die Fensterscheibe passiert.
Stromfresser vermeiden
Gut geplanter Sonnenschutz reduziert nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch den Stromverbrauch. Denn je weniger Hitze ins Haus gelangt, desto weniger muss eine Klimaanlage leisten – oft kann sie sogar ganz entfallen. Das spart Energie, senkt die Stromkosten und reduziert den CO₂-Ausstoß. Nicht zuletzt profitiert auch das Raumklima: Statt trockener Kaltluft aus der Klimaanlage bleibt beim nachhaltigen Sonnenschutz die natürliche Luftqualität im Raum erhalten. „Besonders in Zeiten hoher Energiepreise und Klimaerwärmung ist ein durchdachter Sonnenschutz die nachhaltige Wahl für mehr Wohnkomfort“, erklärt Lange.
Welche Sonnenschutzlösung passt am besten?
Je nach Raumnutzung bieten sich unterschiedliche Sonnenschutzlösungen an. Die Lamellen von Außenjalousien, auch Raffstores genannt, können individuell geneigt werden. So kann das Tageslicht individuell dosiert werden. Jalousien sind damit ideal für Wohn- und Essbereiche, wo Tageslicht gewünscht, man aber gleichzeitig nicht geblendet werden möchte. Rollläden hingegen bieten maximale Verdunkelung und sind daher besonders für Schlafzimmer geeignet. Zudem tragen sie in kalten Monaten zur Wärmedämmung bei. Markisen spenden tagsüber angenehmen Schatten auf Terrasse und Balkon und verhindern gleichzeitig direkte Sonneneinstrahlung auf die Fensterfront. In den Abendstunden speichern sie die Wärme des Tages und sorgen für ein mediterranes Flair.
Automatisierung: positiv für Energiebilanz und Komfort
Besonders viel Energie kann Sonnenschutz einsparen, wenn er mit einem Smart-Home-System kombiniert wird. In Kombination mit einer Wetterstation passen sich die Markisen und Rollläden dem Sonnenstand an und schließen automatisch bei starker Einstrahlung. Auch individuelle Voreinstellungen nach einem bestimmten Schema sind möglich. So bleibt das Raumklima optimal– selbst dann, wenn niemand zu Hause ist. Das gleiche gilt ebenso für den Winter, um Heizkosten zu sparen. An kalten sonnenlosen Tagen, kann das Smart-Home die Rollläden automatisch schließen. Sie dienen dann als zusätzliche Wärmedämmung.
Expertentipp: Um die optimale Wahl zu treffen, empfiehlt es sich, einen Fachanbieter zu Rate zu ziehen. Die Experten helfen dabei, das passende System auszuwählen und beraten zu zusätzlichen Funktionen wie Automatisierung oder Smart-Home-Integration. Viele Hersteller bieten zudem Vor-Ort-Termine an, um individuelle Lösungen direkt am Gebäude zu besprechen. Hilfreich ist dabei auch der VFF-Fördermittel-Assistent. Er unterstützt dabei, passende Förderprogramme zu finden und die Antragsstellung vorzubereiten. So lassen sich finanzielle Vorteile optimal nutzen und die Investitionskosten reduzieren.
Downloads:
Bild 1: Infografik: Praktische Tipps, um Sommerhitze in den Innenräumen zu vermeiden. Copyright: WAREMA
Bild 2: Außenjalousien, Rollläden oder Fenstermarkisen fangen die Sonnenstrahlen schon vor der Scheibe ab, sodass die Hitze draußen bleibt und die Temperatur gar nicht erst stark ansteigen kann. Copyright: WAREMA
Bild 3: Für private Räume, wie das Schlafzimmer, eignet sich ein Rollladen. Dieser schützt vor Blicken und Straßenlärm, dunkelt zuverlässig ab und dient an kalten Tagen zusätzlich als Wärmedämmung. Copyright: WAREMA
Bild 4: Auch eine Terrassenmarkise kann dazu beitragen, dass der Innenraum nicht zu heiß wird. Sie wirft Schatten auf dahinter-liegende Fenster sowie Türen, bietet dadurch auch für Laufwege Schutz vor Sonnenstrahlen und lässt dennoch Tages-licht hinein. Copyright: WAREMA
Über den Verband Fenster + Fassade (VFF)
Der Verband Fenster + Fassade (VFF) mit Sitz in Frankfurt am Main ist die führende Interessenvertretung der deutschen Fenster-, Fassaden- und Haustürenbranche. Seit seiner Gründung im Jahr 1963 vertritt der VFF die wirtschaftlichen, technischen und politischen Belange von Herstellern, Zulieferern und Fachbetrieben. Der Verband setzt sich für innovative Lösungen, hohe Qualitätsstandards und nachhaltige Bauweisen ein. Mit mehr als 450 Mitgliedsunternehmen aus ganz Deutschland fördert der VFF den Austausch von Fachwissen und unterstützt die Branche bei aktuellen Herausforderungen wie Energieeffizienz, Digitalisierung und Klimaschutz.