Serielles Bauen beschleunigen: HDH bringt neuen Vergabeweg in Brüssel ein
Starre Vergaberegeln bremsen die Vorteile des seriellen und modularen Holzbaus aus. Der HDH hat deshalb die Konsultation zum europäischen „Housing Simplification Package“ genutzt, um konkrete Verbesserungen für eine schnellere und kosteneffizientere Vergabe einzubringen. Wir fordern einen dritten Vergabeweg in Form einer gebündelten Vergabe.
Die Europäische Kommission will mit dem Housing Simplification Package Hemmnisse für schnelleres und bezahlbareres Bauen abbauen. Der HDH hat sich an der Konsultation beteiligt und dabei auf ein Problem hingewiesen, das insbesondere den seriellen und modularen Holzbau betrifft: Werden technisch eng miteinander verzahnte Leistungen in einzelne Gewerke getrennt vergeben, gehen wesentliche Vorteile der Vorfertigung verloren. Denn Planung, industrielle Vorfertigung und Montage bilden bei modernen Holzbausystemen häufig einen zusammenhängenden Prozess. Eine starre Trennung schafft zusätzliche Schnittstellen, macht Umplanungen erforderlich und erhöht damit Zeit und Kosten. Gleichzeitig sind die Anbieter integrierter Holzbausysteme vielfach selbst mittelständische Unternehmen, die weitere, tatsächlich trennbare Gewerke an regionale und lokale Betriebe vergeben.
Dritter Vergabeweg für serielles und modulares Bauen
Neben der klassischen Aufteilung in einzelne Fachlose und der Gesamtvergabe an einen Generalunternehmer muss die gebündelte Vergabe technisch, wirtschaftlich oder zeitlich zusammenhängender Gewerke ausdrücklich als dritter Vergabeweg anerkannt werden. Öffentliche Auftraggeber brauchen dafür einen rechtssicheren und praxistauglichen Rahmen. Auch die gemeinsame und frühzeitige Vergabe eng verzahnter Planungs- und Ausführungsleistungen muss möglich sein, wenn dies für serielle und vorgefertigte Bausysteme technisch erforderlich ist.
Der HDH wird das Thema auch bei der Weiterentwicklung des europäischen Vergaberechts begleiten. Ziel ist, dass die Vorteile serieller, modularer und systemischer Bauweisen nicht durch starre Vergabestrukturen ausgebremst werden und der Holzbau sein Potenzial für schnelleres, kosteneffizienteres und klimafreundliches Bauen besser ausschöpfen kann.
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