Parkettindustrie begrüßt mögliches Ende der Rundholzbegasung
Die Zukunft der Begasung von Rundholzexporten mit Sulfurylfluorid (ProFume) steht auf der Kippe. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) will im April 2026 über die bestehende Zulassung entscheiden. Die Parkettindustrie würde ein Verbot begrüßen.
Hintergrund ist, dass die das BVL die Sondergenehmigung wegen „geringfügiger Verwendung“ zurückziehen möchte (Minor Use). Diese sei angesichts weiterhin hoher Exportmengen nicht mehr erfüllt sind. Maßgeblich sind europarechtliche Vorgaben, das ausstehende EU-Wiederzulassungsverfahren (Genehmigung nur noch bis Anfang 2027) sowie rechtliche Risiken durch laufende Verfahren. Hinzu kommt die klimapolitische Dimension: Sulfurylfluoridweist ein sehr hohes Treibhauspotenzial auf und steht daher zunehmend unter regulatorischem Druck.
Die Parkettindustrie sieht im Export hochwertiger Laubhölzer eine strukturelle Schwächung der heimischen Wertschöpfung. Vom Export deutscher Hölzer profitieren internationale Wettbewerber, insbesondere in China, die daraus veredelte Produkte herstellen und nach Europa exportieren. Vor diesem Hintergrund wird eine Einschränkung der Rundholzexporte auch als Chance gesehen, die Wertschöpfung stärker im Inland zu halten und die Verarbeitungstiefe zu erhöhen.
Ein sofortiges Verbot „von heute auf morgen“ ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Vielmehr greifen bei einem Widerruf Übergangsfristen für Abverkauf und Aufbrauch, sodass eine Nutzung voraussichtlich noch bis etwa 2027/28 möglich wäre. Gleichzeitig ist die Perspektive klar begrenzt: Spätestens mit dem Auslaufen der EU-Wirkstoffgenehmigung Anfang 2027 fehlt eine belastbare Grundlage für eine weitere Nutzung. ProFume ist in Deutschland derzeit faktisch alternativlos, gleichzeitig laufen intensive Arbeiten an Ersatzlösungen. Kurzfristig sind diese jedoch nicht praxisreif.
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