Konjunktur Holz: Bau nährt Hoffnung auf Besserung, Möbelindustrie und Rohholzverarbeiter bleiben skeptisch
Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie hat sich im August weiter stabilisiert, nachdem es der HDH-Konjunkturindikator im ersten Halbjahr 2026 deutlich eingebrochen war. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit der aktuellen Geschäftslage und blickten wieder optimistischer auf das kommende halbe Jahr. Die Einschätzung zur aktuellen Lage verbesserte sich im August auf -16,6 Punkte (Vormonat: -17,8 Punkte). Der Ausblick auf das kommende halbe Jahr fiel ebenfalls positiver aus, der aktuelle Wert liegt bei -15 Punkten (Vormonat: -22 Punkte). In der Summe erholte sich der HDH-Konjunkturindikator im Berichtsmonat auf -15,8 Punkte (Vormonat: -19,9 Punkte).
Im Vergleich zum gesamten Verarbeitenden Gewerbe schneidet das Geschäftsklima in der Holzindustrie dennoch schlechter ab. Der vom ifo errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe stieg im August ebenfalls leicht auf -4,2 Punkte (Vormonat: -9,6 Punkte) und bewegte sich damit deutlich über dem entsprechenden Wert für die Holzindustrie (-15,8 Punkte).
Angesichts der unterschiedlichen Betroffenheit der einzelnen Segmente bleibt die Stimmung in der Holzindustrie uneinheitlich. Im Durchschnitt der vergangenen drei Monate schätzen lediglich die Unternehmen im Holzfertigbau (+30,2 Punkte) und im Baunahen Bereich (+9,8 Punkte) die aktuelle Geschäftslage als positiv ein, während diese in der Sägeindustrie (-44,8 Punkte), der Möbelindustrie (-25,1 Punkte) und der Holzwerkstoffindustrie (-19,3 Punkte) deutlich negativer beurteilt wurde. Die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr bleiben in allen Segmenten negativ.
Die bessere Stimmung im Holzfertigbau ist aus Sicht des HDH in erster Linie auf die anziehende Nachfrage im Ein- und Zweifamilienhausbau und auf den steigenden Holzfertigbauanteil zurückzuführen. Die Zahl der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser stieg im ersten Halbjahr 2026 kräftig um 14,5%, die entsprechender Zahl der genehmigten Mehrfamilienhäuser konnte sogar um 16% zulegen. Die Möbelindustrie leidet unter den rückläufigen Baufertigstellungszahlen und dem schwachen Konsumklima in Deutschland, profitiert aber von der höheren Auslandsnachfrage. Nach wie vor leiden alle Segmente der deutschen Holzindustrie unter den massiv gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie immer neuen Bürokratiekosten, verursacht durch die Umsetzungen von z.B. der Europäischen Verpackungsverordnung oder der Europäischen Richtlinie über Umweltaussagen.
Der monatliche Konjunkturindikator wird vom HDH seit Berichtsmonat Oktober 2020 veröffentlicht. Dieser stützt sich auf die vom Münchner ifo Institut durchgeführte monatliche Befragung von repräsentativen Unternehmen aus allen Segmenten der Holzindustrie und wird monatlich ermittelt. Die einzelnen Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und -100 (alle Meldungen negativ) Punkten. Um den Einfluss der monatlichen Schwankungen auf die Ergebnisse in den einzelnen Segmenten zu reduzieren, werden seit Berichtsmonat Januar 2025 Dreimonatsdurchschnitte als Maßstab herangezogen.
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