Die wahren Gründe für den Nationalpark im Rothaarkamm
Bis September will der Kreis Siegen-Wittgenstein prüfen, ob ein Nationalpark Rothaarkamm für die Region in Frage kommt. Es war eine knappe Entscheidung: Mit 28 gegen 26 Stimmen hat der Kreistag Siegen-Wittgenstein dafür gestimmt, einem Nationalpark im nördlichen Siegerland eine zweite Chance zu geben. Vor zwei Jahren hatte man das Projekt noch abgelehnt.
Überraschende neue Initiative
Der Siegen-Wittgensteiner Landrat Andreas Müller hatte kürzlich überraschend eine neue Initiative gestartet: Nach Gesprächen mit dem Land NRW habe man viele Bedenken und Einwände klären können, so dass jetzt ein neuer Anlauf sinnvoll sei, so Müller.
Dabei geht es um ein ca 4.300 Hektar großes Gebiet zwischen Hilchenbach-Lützel und Netphen-Hainchen. Es befindet sich ausschließlich im Besitz des Landes NRW und steht jetzt schon zu großen Teilen unter Naturschutz.
Arbeitsgruppen mit Experten
Welche Auswirkungen das Projekt für die Region genau hätte, soll jetzt in mehreren Arbeitsgruppen mit Experten von Land und Kreisverwaltung erörtert werden. Sie sollen einer extra dafür geschaffenen „Begleitgruppe“ mit Politikern des Kreistags regelmäßig Bericht erstatten.
Bislang gibt es in NRW nur einen Nationalpark in der Eifel. Das Land NRW sucht schon seit längerem nach einer Möglichkeit, einen zweiten auszusweisen. Das war bislang am Widerstand aus den Regionen gescheitert.
Politische Einordnung:
Worüber nicht gesprochen wird: Die Grundsätze des Koalisitonsvertrages, die bereits ausgewiesenen 5.000 Hektar Ausgleichsflächen in NRW und die bereits mehrfach durchgeführten Bürgerentscheide, die alle GEGEN einen Nationalpark. Damit wird klar: Es geht bei diesem Nationalpark mit Nichten um „Waldschutz“ (Was ohnehin zu hinterfragen ist) oder um „Tourismus für die Region“, sondern einzig und allein um eine politische Diskussion zwischen den Koalitionspartnern.
Nachdem mehrfach ein zweiter Nationalpark in NRW durch Bürgerentscheide abgeleht wurde, wurde seitens der Landespolitik zugesagt, stattdessen im Staatswald rund 5.000 Hektar Wildnisentwicklungsflächen auszuweisen. Diese Flächen sollten auch weiterhin forstlich genutzt werden können, einschließlich Holzeinschlag. Nach aktuellen Angaben sind bereits etwa zwei Drittel dieser Flächen öffentlich zugänglich gemacht worden.
Trotz dieser Vereinbarung wird nun erneut die Einrichtung eines Nationalparks in Siegen-Wittgenstein vorangetrieben. Dies sorgt für Kritik, insbesondere im Hinblick auf die mangelnde Einbindung relevanter Akteure. So wurde das zuständige Forstamt offenbar nicht ausreichend beteiligt, ebenso wenig wie betroffene Waldeigentümer.
Der HDH wird den Prozess weiter politisch begleiten.
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