HDH-Stellungnahme zur delegierten Verordnung über Bewertungs- und Überprüfungssysteme für Bauprodukte
Der HDH begrüßt grundsätzlich den Entwurf der delegierten Verordnung zur Bauproduktenverordnung (CPR), fordert jedoch an mehreren Stellen Nachbesserungen. Einzelne Regelungen gehen aus Sicht des Verbandes über das notwendige Maß hinaus und führen zu unverhältnismäßigen administrativen und finanziellen Belastungen für Hersteller. Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
Der HDH fordert eine konsequente Umsetzung des risikobasierten Ansatzes der CPR. Das vereinfachte Bewertungs- und Überprüfungssystem AVS 4 muss stärker berücksichtigt werden, wenn Leistungen von Bauprodukten bereits durch inhärente Materialeigenschaften oder standardisierte Verfahren zuverlässig bestimmt werden können. Andernfalls drohen unnötige Bürokratie, zusätzliche Kosten und Rechtsunsicherheit.
Kritisch bewertet der HDH zudem die weitreichende Einbindung Benannter Stellen bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsmerkmalen sowie mögliche Doppelregulierungen gegenüber bestehenden chemikalienrechtlichen Vorgaben. Der HDH spricht sich stattdessen für verhältnismäßige, praxisnahe und softwaregestützte Nachweisverfahren aus.
Abschließend fordert der HDH die Europäische Kommission auf, den Entwurf zu überarbeiten und das AVS-System praxistauglich, KMU-freundlich und tatsächlich risikobasiert auszugestalten, ohne das Schutzniveau für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt zu beeinträchtigen.
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