HDH-Seminar zu Basel IV, ESG & Finanzierung
Mehr als 30 Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen der Holzindustrie nahmen am HDH-Webinar „Basel IV, ESG & Finanzierung – Anforderungen der Banken und Investitionsfördermittel“ teil. Ziel der Veranstaltung war es, Orientierung in einem sich spürbar verändernden Finanzierungsumfeld zu geben und konkrete Ansatzpunkte für die Praxis aufzuzeigen. Das Seminar fand in Zusammenarbeit mit dem HDH-Partner EPSA Deutschland GmbH statt.
Was Banken künftig erwarten
Mit der schrittweisen Umsetzung von Basel IV seit 2025 verändern sich die Rahmenbedingungen für die Unternehmensfinanzierung grundlegend. Banken müssen Risiken künftig standardisierter bewerten, interne Modelle werden eingeschränkt und die Transparenzanforderungen steigen deutlich. Gleichzeitig werden ESG-Kriterien zunehmend integraler Bestandteil der Kreditvergabe. Banken sind verpflichtet, Nachhaltigkeitsrisiken systematisch in ihre Bonitätsprüfung einzubeziehen. Dies wirkt sich unmittelbar auf Ratings, Kreditkonditionen und die Kapitalverfügbarkeit aus.
Für Unternehmen bedeutet das: Die Finanzierung wird komplexer, Anforderungen steigen und klassische Bankkredite sind zunehmend kein Selbstläufer mehr. Vor diesem Hintergrund wurde im ersten Teil des Webinars aus Banken- und Beratungsperspektive aufgezeigt, welche konkreten Veränderungen auf Unternehmen zukommen. Dabei wurde deutlich, dass ESG-Daten, etwa zu Emissionen, Energieverbrauch oder Lieferketten, künftig systematisch abgefragt werden und Nachhaltigkeitsaspekte direkt in die Ratingmodelle der Banken einfließen. Unternehmen ohne eine strukturierte ESG-Strategie müssen daher mit schlechteren Finanzierungskonditionen rechnen. Wer sich frühzeitig vorbereitet, kann diese Entwicklung auch strategisch nutzen etwa durch bessere Konditionen oder stabilere Finanzierungspartnerschaften.
Fördermittel als strategischer Hebel für Liquidität
Der zweite Teil wurde durch das neue HDH-Fördermitglied EPSA Deutschland GmbH dem weltweit größten Fördermittelberater in gestaltet und lenkte den Blick auf konkrete Handlungsmöglichkeiten. Aufgrund von steigenden Zinsen, restriktiverer Kreditvergabe und höheren Sicherheitenanforderungen sollten Unternehmen ihre Finanzierung zunehmend breiter aufstellen. Liquidität ist heute kein Nebenprodukt mehr, sondern muss aktiv gestaltet werden.
Fördermittel spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. Sie können direkte Liquiditätseffekte schaffen, etwa durch Zuschüsse, rückwirkende Cashflows ermöglichen, beispielsweise über Forschungszulagen, und gleichzeitig Finanzierungskosten senken, etwa durch zinsverbilligte Programme. Entscheidend ist dabei weniger das einzelne Programm als vielmehr die strategische Kombination verschiedener Instrumente, die in Summe erhebliche Liquiditätsspielräume eröffnen können – in Einzelfällen mit Förderquoten von über 70 %.
Direktkontakt zum Seminarleiter Marvin Pluck.
