HDH: Reformpaket entlastet bei der Bürokratie, lässt den Mittelstand bei Steuern und Wettbewerbsfähigkeit aber allein
Berlin, 2. Juli 2026. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH) bewertet das Reformpaket der Bundesregierung mit gemischten Gefühlen: Beim Bürokratieabbau geht die Koalition in die richtige Richtung, bei der steuerlichen Belastung des Mittelstands und der Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit bleibt sie hinter dem zurück, was die Branchen jetzt brauchen.
„Unsere Mitgliedsunternehmen aus Holz- und Kunststoffverarbeitung sind zu großen Teilen mittelständische Personengesellschaften, die ihre Gewinne in Maschinen und Arbeitsplätze reinvestieren. Wenn die Koalition an der Steuerschraube dreht, ohne im Gegenzug die Rahmenbedingungen für reinvestierende Unternehmen zu verbessern, schwächt das genau die Betriebe, auf die es beim industriellen Aufschwung ankommt“, erklärt HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge. Die geplante Anhebung der „Reichensteuer“ trifft diese Unternehmen überproportional, ohne dass die Thesaurierungsbegünstigung verbessert wird.
Positiv ist die angekündigte Abschaffung zahlreicher Berichts- und Dokumentationspflichten samt Beweislastumkehr. Entscheidend wird die konkrete Umsetzung sein, und das Prinzip muss auch auf die europäische Ebene übertragen werden, da ein erheblicher Teil der Bürokratielasten – etwa im Kontext der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und der Lieferkettenrichtlinie – seinen Ursprung in Brüssel hat.
Auch die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen bringen Bewegung: Verlängerte sachgrundlose Befristung, privilegierte Abfindungszahlungen und die Reform der Krankschreibung bringen personalintensiven Branchen spürbare, aber begrenzte Erleichterungen. Zudem fordert der HDH, seriellen und modularen Holzbau als Zukunftsbranche anzuerkennen – als eine der wirksamsten verfügbaren Antworten auf Wohnungsnot und Klimaschutz zugleich, die im Reformpaket bislang fehlt.
Eine ausführliche Einordnung aller Einzelmaßnahmen veröffentlicht der HDH auf seiner Website.
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