HDH fordert praxisnahe EU-Taxonomie-Regeln für nachhaltiges Bauen
Die EU-Taxonomie darf den Einsatz nachhaltiger Holzprodukte nicht durch unrealistische Vorgaben behindern. Der HDH fordert deshalb praxisnahe Kriterien für den Einsatz von Sekundärmaterialien und eine stärkere Anerkennung biobasierter Rohstoffe wie Holz als zentralen Bestandteil einer klimafreundlichen Kreislaufwirtschaft.
In seiner Stellungnahme zur Überarbeitung der delegierten Rechtsakte der EU-Taxonomie im Klima- und Umweltschutzbereich begrüßt der HDH grundsätzlich die geplante Vereinfachung und Aktualisierung der Kriterien für Neubau und Renovierung. Ziel müsse es sein, Investitionen wirksam in nachhaltige, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Lösungen zu lenken. Voraussetzung dafür seien jedoch umsetzbare und realitätsnahe Vorgaben.
Ein Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der verpflichtenden Berechnung und Offenlegung des Lebenszyklus-Treibhauspotenzials sowie der biogenen Kohlenstoffspeicherung. Der HDH unterstützt diese Anforderungen ausdrücklich, da sie mehr Transparenz schaffen und die Nutzung klimafreundlicher Materialien wie Holz fördern können. Gleichzeitig fordert der Verband gezielte finanzielle und technische Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, damit diese die aufwendigen Ökobilanzen bewältigen können.
Kritisch bewertet der HDH die vorgeschlagenen Mindestquoten für recycelte oder wiederverwendete Materialien bei biobasierten Baustoffen. Die derzeit vorgesehenen Schwellenwerte seien insbesondere für Holzprodukte technisch und wirtschaftlich nicht erreichbar. Gründe dafür seien lange Lebenszyklen von Holzprodukten, fehlende Sekundärmärkte und begrenzte Recyclingmöglichkeiten. Der HDH schlägt daher realistischere Quoten von jeweils fünf Prozent für Neubauten und Renovierungen vor oder alternativ einen kombinierten Ansatz, der auch nachhaltig gewonnene erneuerbare Rohstoffe berücksichtigt.
Der Verband betont außerdem, dass nachhaltig gewonnene Primärrohstoffe weiterhin unverzichtbar bleiben, um die Nachfrage nach biobasierten Baustoffen zu decken und die Klimaziele der EU zu erreichen.
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