Ergebnisse der 149. Bauministerkonferenz: entscheidende Vergabefrage bleibt unbeantwortet
Die Bauministerkonferenz hat eine neue Plattform für kostengünstiges Bauen beschlossen. Die von Branchenexperten eingeforderte Flexibilisierung der Losvergabe taucht in den Ergebnissen dagegen an keiner Stelle auf.
Auf der 149. Bauministerkonferenz (BMK) haben die für Bauen und Wohnen zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder am 11. September 2026 in Berlin ihre Ergebnisse vorgestellt. Kernstück ist eine gemeinsame Bund-Länder-Plattform „Kostenreduziertes Bauen“, mit der erfolgreiche Ansätze aus den Ländern – etwa der Hamburg-Standard – gebündelt und bundesweit nutzbar gemacht werden sollen. Daneben bekräftigte die Konferenz die Forderung nach einer zügigen bundesrechtlichen Verankerung des Gebäudetyps E im BGB; NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach rechnet nach eigenen Angaben mit einem Gesetzentwurf noch bis Jahresende.
Was in den Beschlüssen fehlt: eine erneute Forderung an den Bund, die strikte gewerkeweise Losvergabe im Wohnungsbau zu flexibilisieren. Genau das hatte der HDH vor der Konferenz eingefordert, nachdem der Bund das Vergaberecht zwar geändert, die Losvergabe im Wohnungsbau aber unangetastet gelassen hatte. Auch der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW konzentrierte seine Reaktion auf die Plattform und den Gebäudetyp E – die Vergabefrage blieb ausgeklammert.
Bemerkenswert ist ein Nebenaspekt der Konferenz: Im Austausch mit den Behindertenbeauftragten von Bund und Ländern (KBB) wurde seriellem und modularem Bauen ausdrücklich eine positive Rolle für mehr Barrierefreiheit zugeschrieben. Berlins Landesbeauftragte Christine Braunert-Rümenapf erklärte, ein höherer barrierefreier Vorfertigungsgrad könne zu Effizienzsteigerungen und damit zu Kostensenkungen führen – ein Argument, das die Potenziale der Bauweise von einer Seite unterstreicht, die bislang selten in dieser Debatte zu Wort kommt.
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