Für weniger Bürokratie: HDH bringt 639 Rückmeldungen der Betriebe ins Ministerium
Der HDH verschafft den Unternehmen beim Bürokratieabbau Gehör: Er hat 639 Rückmeldungen zu 192 Pflichten gebündelt und bringt konkrete Vereinfachungsvorschläge ins Digitalministerium ein. Das Ziel: weniger Mehrfachmeldungen, Dokumentation und Nachweise – und damit mehr Zeit fürs Kerngeschäft. Auch Belastungen außerhalb des abgefragten Katalogs macht der Verband deutlich.
Mit der Auswertung macht der HDH die Belastungen der Holzindustrie gegenüber der Politik konkret sichtbar. Er führt die Erfahrungen aus den Betrieben zusammen, hält die Begründungen für Änderungen fest und bündelt Vorschläge zur Abschaffung oder Vereinfachung von Pflichten. Damit erhalten die Anliegen der Branche eine gemeinsame, nachvollziehbare Grundlage für die politische Interessenvertretung.
Aus betrieblichen Erfahrungen werden konkrete Änderungsvorschläge
Ausgangspunkt ist eine Liste des Ministeriums mit 310 Pflichten. Zu 192 davon liegen Rückmeldungen aus der Branche vor. Die Unternehmen bewerten eine mögliche Abschaffung, beschreiben deren Folgen und schlagen Vereinfachungen vor. Der HDH begrüßt, dass das Ministerium die Wirtschaft auf diese Weise einbezieht: Die Betriebe können aus ihrer täglichen Arbeit benennen, welche Vorgaben unnötigen Aufwand verursachen und wo Verfahren einfacher werden müssen.
Der Mehrwert der Auswertung liegt dabei besonders in den Begründungen. Eine Pflicht kann einem nachvollziehbaren Zweck dienen und in ihrer praktischen Ausgestaltung dennoch unnötig aufwendig sein. Der HDH macht deshalb deutlich, wo eine Abschaffung sinnvoll ist und wo eine Anpassung helfen kann. Unterschiedliche Einschätzungen der Unternehmen bleiben in der Auswertung erkennbar.
Entlastung muss im Betriebsalltag ankommen
Was das für die Unternehmen bedeutet, zeigt ein ergänzender Praxisfall zur E-Rechnung. Er beschreibt Umstellungsaufwand und parallele Rechnungswege. Digitalisierung entlastet die Betriebe erst dann, wenn Abläufe tatsächlich einfacher werden. Müssen mehrere Verfahren nebeneinander bedient werden, bindet das weiterhin Personal und Arbeitszeit. Für den HDH kommt es deshalb darauf an, Doppelarbeit zu vermeiden und Verfahren durchgängig zu vereinfachen.
HDH bringt weitere Belastungen der Branche ein
Der Verband beschränkt sich dabei nicht auf den vorgegebenen Katalog. Die Liste des Ministeriums erfasst nicht alle Belastungen, die die Holzindustrie kritisiert. Ergänzende Praxisfälle zum Verpackungsrecht und zu entwaldungsfreien Lieferketten erweitern die Betrachtung um weitere Themen der Branche. Der HDH wird dem Ministerium ausdrücklich deutlich machen, dass auch über die abgefragten Pflichten hinaus Maßnahmen erforderlich sind.
Die Forderungen sind klar: Überflüssige Informations- und Nachweispflichten müssen entfallen, Mehrfachmeldungen vermieden und notwendige Verfahren vereinfacht werden. Mit den 639 Rückmeldungen hat der HDH dafür konkrete Ansatzpunkte aus der betrieblichen Praxis zusammengetragen. Nun muss die Politik daraus wirksame Änderungen ableiten. Maßstab für den Erfolg ist, ob die Unternehmen im Alltag tatsächlich weniger Zeit und Personal für Bürokratie aufwenden müssen.
