AGR begrüßt zusätzliche Waldförderung, kritisiert aber die verbundenen Nutzungseinschränkungen
Berlin, 22.09.2026. Mehr Geld für den Wald, aber weiterhin Nutzungseinschränkungen: Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) im Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) begrüßt die geplante Aufstockung des Programms „Klimaangepasstes Waldmanagement“ (KWM) auf 200 Millionen Euro jährlich. Angesichts des hohen Finanzierungsbedarfs für den Waldumbau reicht die Summe jedoch nicht aus. Zugleich kritisiert die AGR, dass die Förderung weiterhin mit der Stilllegung von Waldflächen verbunden ist.
AGR-Sprecher und HDH-Präsident Dr. Carsten Merforth erklärt:
„Die Aufstockung auf 200 Millionen Euro geht in die richtige Richtung, reicht aber bei Weitem nicht aus, um unsere Wälder zügig umzubauen und für den Klimawandel fit zu machen. Gleichzeitig müssen die verpflichtenden Flächenstilllegungen aus der Förderung gestrichen werden. Wir brauchen mehr aktive Waldbewirtschaftung statt zusätzlicher Nutzungsverbote. Die Förderung von Waldumbau zur Klimaadaption muss endlich von Stilllegungsauflagen befreit werden.“
Für den klimaangepassten Umbau der deutschen Wälder besteht ein weitaus höherer Finanzierungsbedarf. Nach Berechnungen des Thünen-Instituts müssten jährlich rund 1,4 Milliarden Euro investiert werden, um die Wälder an den Klimawandel anzupassen. Die künftig vorgesehenen 200 Millionen Euro im KWM decken damit nur einen Teil des notwendigen Finanzierungsbedarfs ab.
Mit der Aufstockung der Förderung soll die geförderte Waldfläche von derzeit 1,7 auf mindestens zwei Millionen Hektar ausgeweitet werden. Für Betriebe mit mehr als 100 Hektar Waldfläche bleibt dabei die Vorgabe bestehen, fünf Prozent der geförderten Fläche stillzulegen. Werden wie vorgesehen zusätzlich rund 300.000 Hektar in die Förderung aufgenommen, könnten damit potenziell weitere 15.000 Hektar Wald aus der Nutzung genommen werden. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden im Rahmen des Programms mehr als 90.000 Hektar Privat- und Kommunalwald stillgelegt.
Dazu Merforth abschließend: „Es ist völlig widersinnig, dem Markt wertvolles Rohholz zu entziehen, wenn der Holzbau als nachhaltige Alternative zu Beton und Stahl im Bausektor politisch gefördert werden soll. Wenn heimischer Holzeinschlag künstlich verringert wird, sinkt ja nicht der Bedarf an Holz. Stattdessen muss die Nachfrage über Importe mit langen Transportwegen befriedigt werden. Aktiv bewirtschaftete Wälder sind auch widerstandsfähiger gegen Waldbrände und Schädlinge. Und nicht zuletzt entzieht das für den Hausbau genutzte Holz der Atmosphäre langfristig CO2, während stillgelegte Flächen dieses freisetzen.“
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