HDH fordert praxistaugliche Anpassungen bei der MVV TB 2026/1
Der HDH kritisiert in seiner Stellungnahme zur Anhörung der Änderungen der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) 2026/1 mehrere geplante Verschärfungen und Verfahrensänderungen als praxisfern und hinderlich für den Holzbau. Insbesondere die Absenkung der NIK-Werte für ungesättigte Aldehyde sowie die verschärfte Bewertung über den sogenannten R-Wert benachteiligen Holzbauprodukte und stehen den politischen Zielen zur Förderung des klimafreundlichen Bauens mit Holz entgegen.
Zudem fordert der HDH Nachbesserungen beim neuen digitalen Konsultationsverfahren der MVV TB. Die ausschließliche Möglichkeit, Stellungnahmen zu geänderten Textstellen abzugeben, schränkt den fachlichen Diskurs erheblich ein. Auch der Wegfall eines konsolidierten Gesamtdokuments erschwert die Nachvollziehbarkeit der Änderungen und die interne Abstimmung innerhalb der Fachverbände.
Darüber hinaus spricht sich der HDH für die Aufnahme des Nationalen Anhangs zur DIN CEN/TS 19103 für Holz-Beton-Verbundbauteile sowie für die Aktualisierung der DIN 4102-4 als Technische Baubestimmung aus. Gleichzeitig lehnt der Verband aus seiner Sicht überzogene Brandschutzanforderungen bei hinterlüfteten Außenwandbekleidungen ab.
Im Bereich der Innenraumluftbewertung fordert der HDH die Beibehaltung der bisherigen NIK-Werte sowie eine grundlegende Überprüfung der Bewertungsmethodik für VOC-Emissionen. Die abgesenkten Grenzwerte und die Summenbewertung über TVOC- und R-Werte führen dazu, dass typische Emissionen natürlicher Holzbestandteile künftig häufiger kritisch bewertet werden, obwohl sich die tatsächliche gesundheitliche Relevanz nicht verändert hat.
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