HDH bringt Ausbildungsreform für den Holzbearbeitungsmechaniker auf den Weg
Ein wichtiger Schritt für eine praxisgerechte Ausbildung: Der HDH hat gemeinsam mit der Industrie die Reform des Holzbearbeitungsmechanikers auf den Weg gebracht. Der Antrag liegt jetzt beim zuständigen Bundesministerium. Künftig sollen Maschinen- und Anlagenführung stärker im Mittelpunkt stehen – damit die Betriebe der Säge- und Holzwerkstoffindustrie Fachkräfte ausbilden können, die gezielt auf ihre modernen Produktionsabläufe vorbereitet sind. Was sich ändern soll und wie es weitergeht.
Gemeinsam mit Vertretern der Industrie hat der HDH in den vergangenen Jahren die Grundlagen für die Novellierung erarbeitet und die Anforderungen der Unternehmen gebündelt. Nach enger Abstimmung mit der IG Metall und dem Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) liegt nun das finale Eckwertepapier vor. Der Novellierungsantrag wurde an das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend weitergeleitet. Damit ist aus der Vorarbeit des Verbandes eine abgestimmte Grundlage für das weitere Verfahren geworden.
Ausbildung näher an der betrieblichen Praxis
In den Produktionshallen haben sich die Anforderungen deutlich verändert: Abläufe sind stärker automatisiert, die Bedienung und Führung moderner Maschinen und Anlagen prägt zunehmend den Arbeitsalltag. Die Reform soll dafür sorgen, dass sich diese Entwicklung auch in der Ausbildung widerspiegelt. Ziel sind Fachkräfte, deren Qualifikationen besser auf die tatsächlichen Produktionsabläufe der Unternehmen abgestimmt sind.
Dazu sollen die für die Maschinen- und Anlagenführung erforderlichen Fertigkeiten künftig konkreter und detaillierter vermittelt werden. Auch die vier Wahlqualifikationen für Sägewerks-, Hobelwerks-, Leimholz- und Holzwerkstofferzeugnisse sollen die Anforderungen der jeweiligen Produktionsbereiche gezielt aufgreifen. Für Ausbildungsbetriebe soll so eine zeitgemäße Grundlage entstehen, um ihren Fachkräftenachwuchs auf den Einsatz in der Produktion vorzubereiten.
Neue Berufsbezeichnung soll moderne Technik sichtbar machen
Vorgesehen ist außerdem eine neue Berufsbezeichnung. Sie soll deutlicher zeigen, wie stark moderne Technik das Tätigkeitsprofil inzwischen prägt. Das kann die Betriebe auch dabei unterstützen, Jugendlichen ein zeitgemäßes Bild des Berufs zu vermitteln. Welchen Namen der Ausbildungsberuf künftig tragen wird, ist noch Gegenstand des Verfahrens.
Industrie gestaltet die neuen Inhalte mit
Die Antragsgespräche sollen noch im November stattfinden. In den kommenden Wochen werden dem Ministerium Sachverständige aus der Industrie benannt. Sie sollen die neuen Ausbildungsinhalte fachlich ausgestalten und in die Erarbeitung der Verordnung einbringen. Läuft das Verfahren wie geplant, ist mit der neuen Ausbildungsverordnung zum August 2028 zu rechnen.
Der HDH wird den Prozess gemeinsam mit seinen Mitgliedsverbänden eng begleiten und die Anforderungen der Betriebe einbringen. Der erreichte Verfahrensschritt ist dafür eine wichtige Grundlage. Entscheidend bleibt, dass die Reform im Ausbildungsalltag ankommt und die Unternehmen Fachkräfte ausbilden können, die auf ihre Maschinen, Anlagen und Produktionsabläufe vorbereitet sind.
