Mehr Holz aus heimischen Wäldern: HDH will Waldbesitzer besser erreichen
Auf dem Bundeskongress Forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse in Berlin hat HDH-Präsident und Sprecher der AG Rohholz, Dr. Carsten Merforth auf dem Podium ein Problem angesprochen, das die Holzindustrie seit Jahren beschäftigt: Über die Hälfte der Waldbesitzer sind dem Staat unbekannt. Das hat dramatische Auswirkungen für die Waldbewirtschaftung.
Von den rund 2 Millionen privaten Waldbesitzern in Deutschland bewirtschaftet nur ein kleiner Teil den eigenen Wald aktiv. Viele wissen nicht einmal genau, wo ihre Fläche liegt. Verstädterung und die Vererbung an Erbengemeinschaften lassen den Bezug zum eigenen Wald zunehmend verloren gehen.
Die Folge: Ein erheblicher Teil der deutschen Waldfläche bleibt unfreiwillig ungenutzt – nicht aus Naturschutzgründen, sondern aus Unkenntnis und fehlender Organisation. Das ist mehr als ein Rohstoffproblem für die Betriebe der Holzindustrie. Es erschwert den im Klimawandel dringend notwendigen Waldumbau und erhöht das Risiko großer Schadereignisse wie Insektenbefall, Sturm und Waldbrand.
Carsten Merforth dazu: „Wir müssen mehr Waldbesitzer für eine aktive Waldbewirtschaftung erreichen und den Organisationsgrad im Privatwald deutlich erhöhen. Dafür brauchen wir neue politische Instrumente und dürfen auch regulatorische Ansätze nicht ausschließen.“
Klar ist: Es geht nicht darum, Eigentumsrechte infrage zu stellen. Es geht darum, dass Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Behörden überhaupt an diejenigen Waldbesitzer herankommen, die selbst nicht mehr wissen, dass sie welche sind. Als Interessenvertretung der Holzindustrie bringt sich der HDH aktiv in die Debatte ein, mit welchen Anreizen – und wo nötig auch regulatorischen Maßnahmen – Politik und Forstwirtschaft gemeinsam mehr Waldbesitzer erreichen können. Denn eine verlässliche Rohstoffversorgung aus heimischen Wäldern ist Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
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