Waldbrandprävention: Unbewirtschaftete Wälder sind Waldbrandrisiko
Berlin, 18. August 2026. Angesichts der durch den Klimawandel steigenden Waldbrandgefahr in Deutschland fordert der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH), die Waldbrandprävention stärker in der Waldpolitik zu verankern. Entscheidend sind der beschleunigte Umbau zu klimastabilen Wäldern, eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie eine bessere Einbindung der Waldeigentümer. So lassen sich Wälder und Siedlungen besser schützen und zugleich die Versorgung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz langfristig sichern.
HDH-Präsident Dr. Carsten Merforth erklärt:
„Die aktuellen Waldbrände führen uns erneut vor Augen, wie verwundbar unsere Wälder durch anhaltende Trockenheit und Hitze sind. Wir müssen deshalb den Umbau zu klimastabilen Wäldern beschleunigen und unsere Wälder aktiv pflegen. Die verheerenden Waldbrände in Frankreich haben sich gerade in unbewirtschafteten Gebieten besonders stark ausgebreitet. Das zeigt: Ungepflegte Wälder mit Dichtstand oder hohem Totholzanteil, wie sie auch in Deutschland immer öfter entstehen, können dem Feuer Nahrung geben und die Brandbekämpfung erschweren.“
Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ermöglicht es, geschädigte Bestände gezielt zu verjüngen und standortgerechte Baumarten einzubringen, die besser mit den veränderten klimatischen Bedingungen zurechtkommen. Zugleich trägt die Waldpflege und auch die regelmäßige Durchforstung dazu bei, Brandrisiken zu reduzieren. Abgestorbenes Holz, etwa infolge von Borkenkäferbefall, sollte entnommen werden, damit es die Brandlast nicht erhöht oder im Ernstfall den Zugang für Feuerwehr und Rettungskräfte erschwert.
Waldeigentümer beim Waldumbau unterstützen
Besonderer Handlungsbedarf besteht im Kleinprivatwald. Zersplitterte Eigentumsstrukturen, schwer erreichbare oder teilweise unbekannte Eigentümer sowie eine ausbleibende Bewirtschaftung erschweren notwendige Pflege- und Präventionsmaßnahmen wie zum Beispiel die Anlage von Waldwegen, die im Ernstfall die Zufahrt von Einsatzfahrzeugen erst ermöglichen. Der HDH fordert Bund und Länder deshalb auf, gesetzliche Grundlagen zu schaffen, mit denen unbekannte und schwer erreichbare Waldeigentümer flächendeckend identifiziert und gezielt angesprochen werden können. Denn wirksame Prävention und nachhaltige Bewirtschaftung setzen voraus, dass überhaupt bekannt ist, wem der Wald gehört. Auf dieser Grundlage sollten Bund und Länder Waldeigentümer beim klimastabilen Waldumbau und bei der nachhaltigen Bewirtschaftung gezielt unterstützen und beraten.
Prävention statt Schadensbewältigung
„Unsere Wälder sind Klimaschützer, Erholungsraum und Rohstofflieferant für unsere Gesellschaft. Waldbrände gefährden all diese Funktionen. Deshalb müssen Waldbrandvorsorge, klimastabiler Waldumbau und nachhaltige Waldbewirtschaftung gemeinsam gedacht werden. Investitionen in Waldpflege, Waldumbau und Infrastruktur schützen aber nicht nur die Wälder selbst. Waldbrände gefährden unsere Siedlungen und verursachen hohe Kosten für Brandbekämpfung, Wiederbewaldung und die Beseitigung von Schäden. Eine vorausschauende Waldbrandprävention ist deshalb auch volkswirtschaftlich sinnvoll“, so Merforth abschließend.
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