Bundeshaushalt 2027: HDH fordert Nachbesserungen bei Forschung und Standortkosten
Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 den Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 beschlossen. Die Eckdaten: 555,4 Milliarden Euro Ausgaben, eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro, davon 117,5 Milliarden Euro für Investitionen vor allem in Infrastruktur, Verteidigung und die Sondervermögen. Die für 2027 ursprünglich ausgewiesene Haushaltslücke von 34 Milliarden Euro gilt damit als geschlossen; für die Folgejahre bleibt allerdings weiterer Konsolidierungsbedarf bestehen. Für die gesetzliche Krankenversicherung wird der Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds ab 2027 dauerhaft um 2 Mrd. Euro auf 12,5 Mrd. Euro abgesenkt. Für die Investitionsgüterindustrie und den Verkehrssektor sind die angekündigten Rekordinvestitionen grundsätzlich eine gute Nachricht, denn funktionierende Infrastruktur ist Voraussetzung für verlässliche Lieferketten und Standortentscheidungen.
Kritisch bewertet der HDH die Entwicklung im Bereich der Wald- und Holzforschung und schließt sich hier der Kritik des Deutschen Holzwirtschaftsrats (DHWR) an. Der zentrale Forschungstitel im Etat des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sinkt im Regierungsentwurf deutlich und bleibt damit weit unter dem, was für eine handlungsfähige Forschungsförderung notwendig ist.
Dass die Bundesregierung gleichzeitig deutlich mehr Mittel in die praktische Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen im Wald steckt – etwa Waldumbau und Wiederaufforstung über den Klima- und Transformationsfonds –, ist aus Sicht des HDH hingegen grundsätzlich richtig. Nur so lässt sich der klimaresiliente Waldumbau in der Fläche tatsächlich vorantreiben. Genau deshalb darf die Forschung aber nicht das Nachsehen haben: Ohne verlässliche wissenschaftliche Grundlagen laufen auch gut gemeinte Umsetzungsprogramme Gefahr, an der Praxis vorbeizuplanen.
Im Hinblick auf die Personalkosten der Unternehmen ist ist auch die Absenkung des Bundeszuschusses zur gesetzlichen Krankenversicherung kritisch zu sehen. Denn eine Reduktion des Bundeszuschusses muss mit den entsprechenden Reformschritten einhergehen, um einen gleichzeitigen Aufwuchs der Sozialversicherungsbeiträge zu verhindern. Dieser Schritt fehlt jedoch.
Der HDH wird sich in den parlamentarischen Beratungen bis zur geplanten Verabschiedung Ende November dafür einsetzen, dass die Forschungsförderung für Wald und Holz nachgebessert wird und die Themen Energiekosten sowie Sozialabgaben nicht aus dem Blick geraten.
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