Veraltete Messwerte bremsen klimafreundlichen Rohstoff: HDH fordert Neubewertung von Kiefernholz im Innenausbau
Kiefernholz gilt als einer der klimafreundlichsten und regional verfügbarsten Baustoffe Brandenburgs – trotzdem bleibt sein Einsatz im Innenausbau weit hinter seinem Potenzial zurück. Der Grund: Die Innenraumbewertungsverfahren des Umweltbundesamtes stützen sich auf pauschale TVOC-Summenwerte, die nach aktuellem Forschungsstand als Gesundheitsmaßstab wissenschaftlich ungeeignet sind. Untersuchungen des Fraunhofer WKI zeigen, dass die für Kiefernholz typischen Terpene nach dem Einbau rasch abklingen. Aber eine pauschale Grenzwertbetrachtung wird dieser Realität nicht gerecht und bremst damit den Einsatz eines Rohstoffs, der Waldumbau und klimafreundliches Bauen zugleich voranbringen könnte.
Der HDH fordert deshalb, dass Bund und Länder bei eigenen Vergaben und Förderkriterien auf pauschale TVOC-Werte verzichten und sich für eine sachgerechte, differenzierte Bewertung einsetzen. Dieses Anliegen hat HDH-Hauptgeschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge am 9. Juli 2026 beim Besuch des Holzbaubetriebs MAX Holzbau in Trampe bei Eberswalde an die Brandenburger Ministerin Hanka Mittelstädt adressiert. Neben der VOC-Bewertung ging es dabei um die langfristige Rohstoffsicherung der Brandenburger Kiefer – ein Thema, das angesichts wachsender Kiefernbestände im Zuge des klimabedingten Waldumbaus an Bedeutung gewinnt.
Organisiert wurde der Termin vom Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg, dessen Vorsitzender Dr. Ohnesorge ist und der als Trägerverein das regionale Holzbaucluster Berlin-Brandenburg unterhält.
Auf dem Foto zu sehen (von links): eine Referentin aus dem Forstministerium, Dr. Denny Ohnesorge, Burkhard Schröder (Geschäftsführer MAX Holzbau), Ministerin Hanka Mittelstädt und Michael Reckhaus (Clustermanager Holzbaucluster Berlin-Brandenburg).
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