Klimavorteil Holz: Welchen Einfluss hat das neue Heizungsgesetz auf den Holzbau?
Mit der ersten Lesung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 11. Juni 2026 hat der Bundestag den Startschuss für eine Reform gegeben, die für die Holz- und Kunststoffe verarbeitende Industrie langfristig an Bedeutung gewinnen kann. Der HDH begleitet das Gesetzgebungsverfahren eng und setzt sich dafür ein, dass die Klimavorteile von Holz künftig stärker in den gesetzlichen Rahmen einfließen.
Der Gesetzentwurf entwickelt das bisherige Gebäudeenergiegesetz weiter und definiert unter anderem den ab 2030 nach EU-Recht geltenden Neubaustandard des „Nullemissionshauses“. Für die Holzindustrie besonders relevant ist jedoch eine andere Neuerung: Künftig sollen bei allen Neubauten die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes im Energieausweis ausgewiesen werden.
Genau hier sieht der HDH großes Potenzial. Holz speichert Kohlenstoff und weist über seinen gesamten Lebenszyklus deutlich bessere CO₂-Bilanzen auf als viele mineralische oder fossile Baustoffe. Die verpflichtende Ökobilanzierung kann diesen Vorteil erstmals systematisch sichtbar machen und damit eine wichtige Grundlage für zukünftige politische Entscheidungen schaffen.
Der HDH bewertet diesen Schritt grundsätzlich positiv. Zwar enthält der Gesetzentwurf bislang lediglich eine Bilanzierungspflicht ohne verbindliche Zielwerte. Dennoch eröffnet sie aus Sicht des Verbandes die Chance, Nachhaltigkeitskriterien künftig stärker in der Gebäudeförderung zu verankern. Gerade weil mit dem Nullemissionshaus ab 2030 klassische Neubauförderungen schwieriger werden dürften, könnte die nachweisbare Klimawirkung von Holzprodukten ein entscheidendes Argument für eine langfristige und verlässliche Förderung sein.
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