HDH-Konjunkturindikator: Kunststoffe verarbeitende Industrie erholt sich — Iran-Krieg bleibt zentrales Risiko
Die Stimmung in der deutschen Kunststoffe verarbeitenden Industrie hat sich im Mai nach dem scharfen Einbruch in den Vormonaten wieder spürbar erholt. Der HDH-Konjunkturindikator stieg auf -15,6 Punkte (Vormonat: -25,0 Punkte). Besonders deutlich hellte sich der Ausblick auf das kommende Halbjahr auf: Der Erwartungswert verbesserte sich auf -25,5 Punkte (Vormonat: -42,7 Punkte). Die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage blieb mit -5,1 Punkten (Vormonat: -5,2 Punkte) nahezu unverändert. Die Erholung ist erkennbar. Doch von einer stabilen Lage kann jedoch noch keine Rede sein.
Innerhalb der Branche bleibt das Bild uneinheitlich. Im Dreimonatsdurchschnitt bewerteten lediglich die Verarbeiter technischer Kunststoffteile die aktuelle Geschäftslage geringfügig positiv (+1,7 Punkte). Die übrigen Segmente verharren im negativen Bereich: Platten und Folien (-15,4 Punkte), Kunststoffverpackungen (-13,8 Punkte) und Baubedarfsartikel aus Kunststoffen (-4,1 Punkte). Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr fallen branchenweit negativ aus.
Als zentraler Belastungsfaktor bleibt der Iran-Krieg mit seinen weitreichenden wirtschaftlichen Folgen. Der durch den Krieg ausgelöste Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten sowie die zunehmende Bedrohung internationaler Lieferketten treffen die Kunststoffe verarbeitende Industrie besonders hart. Nach Ergebnissen der ifo-Konjunkturumfrage vom Mai 2026 zählt die Branche aktuell zu den Segmenten mit der höchsten Materialknappheit im gesamten Verarbeitenden Gewerbe.
Für den HDH ist klar: Die leichte Stimmungsaufhellung darf nicht als Entwarnung missverstanden werden. Solange die geopolitischen Risiken anhalten und strukturelle Entlastungen bei Energiekosten, Lieferkettensicherheit und bürokratischen Anforderungen ausbleiben, bleibt die Lage für viele Unternehmen der Kunststoffe verarbeitenden Industrie ernst.
Der HDH-Konjunkturindikator für die Kunststoffe verarbeitende Industrie basiert auf der monatlichen ifo-Unternehmensbefragung und wird seit Februar 2025 veröffentlicht. Die Einzelindikatoren bewegen sich zwischen +100 und -100 Punkten.
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