HDH-Konjunkturindikator: Holzindustrie bleibt Schlusslicht im Verarbeitenden Gewerbe
Die Stimmung in der deutschen Holzindustrie hat sich im Mai geringfügig stabilisiert — an der grundlegend schwierigen Lage der Branche ändert das nichts. Der HDH-Konjunkturindikator lag im Berichtsmonat bei -30,4 Punkten (Vormonat: -29,8 Punkte) und damit weiterhin weit unter dem ifo-Wert für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt, der im Mai -15,0 Punkte erreichte. Die Holzindustrie schneidet damit doppelt so schlecht ab wie der Branchendurchschnitt. Da ist ein strukturelles Warnsignal, das politischen Handlungsbedarf anzeigt.
Zwar verbesserte sich die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage leicht auf -24,4 Punkte (Vormonat: -27,1 Punkte), doch der Ausblick auf das kommende Halbjahr trübte sich weiter ein und fiel auf -36,3 Punkte (Vormonat: -32,4 Punkte). Die Unternehmen erwarten also keine Erholung.
Innerhalb der Branche bleibt das Bild gespalten. Einzig der Holzfertigbau bewertet die aktuelle Lage im Dreimonatsdurchschnitt positiv (+11,6 Punkte), getragen von anziehender Wohnungsbaunachfrage und einem wachsenden Marktanteil. Die Zahl der genehmigten Ein- und Zweifamilienhäuser stieg im ersten Quartal 2026 um 14,9 Prozent, die der Mehrfamilienhäuser sogar um 15,2 Prozent. Alle anderen Segmente verharren klar im negativen Bereich: Sägeindustrie (-41,2 Punkte), Möbelindustrie (-29,8 Punkte), Holzverpackungsindustrie (-20,6 Punkte). Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind branchenweit negativ.
Das schlechte Abschneiden der Holzindustrie gegenüber dem Verarbeitenden Gewerbe ist kein vorübergehendes Phänomen. Massiv gestiegene Energie- und Rohstoffkosten — seit Ausbruch des Iran-Krieges noch einmal verschärft — belasten die Unternehmen dauerhaft. Was die Branche jetzt braucht, sind konkrete Entlastungen: beim Bürokratieabbau, bei den Energiekosten, bei der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und bei der Begrenzung der Sozialabgaben.
Der HDH-Konjunkturindikator basiert auf der monatlichen ifo-Unternehmensbefragung und wird seit Oktober 2020 veröffentlicht. Die Einzelindikatoren bewegen sich zwischen +100 und -100 Punkten. Seit Januar 2025 werden Dreimonatsdurchschnitte zur Glättung von Schwankungen herangezogen.
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