Holzwirtschaft fordert Kurswechsel bei Vergabe- und Baurecht
Entscheidender Hebel für bessere Rahmenbedingungen im Holzbau ist die Landesebene. Beim Austausch mit Berlins Bausenator Andreas Gaebler machte die Holzwirtschaft deutlich: Mit Reformen im Vergaberecht, bei der Bauordnung und Rohstoffpolitik können vorgefertigte und klimafreundliche Bauweisen gestärkt werden.
Im Gespräch mit Berlins Bausenator Andreas Gaebler haben Vertreter der deutschen Holzwirtschaftsrat zentrale politische Hemmnisse für den modernen Holzbau adressiert. Im Mittelpunkt standen insbesondere das Vergaberecht, uneinheitliche Bauvorschriften sowie regulatorische Hürden beim Einsatz heimischer Rohstoffe.
Die Vertreter von DHV, VHI, DeSH und HDH forderten mehr Flexibilität bei öffentlichen Ausschreibungen, damit vorgefertigte Bauweisen rechtssicher umgesetzt werden können. Der derzeitige Losgrundsatz erschwert integrierte Holzbausysteme erheblich und verhindert Effizienzgewinne beim dringend benötigten Wohnungsbau. Es braucht daher einen Leitfaden bzw. Muster-Auslegungserlass von Bund und Ländern, der Kommunen rechtssichere Gesamtvergaben ermöglicht.
Beim Bauordnungs- und Brandschutzrecht braucht es bundeseinheitliche Regelungen. Unterschiedliche Landesvorgaben und restriktive Auslegungen bremsen nach Einschätzung der Branche insbesondere Aufstockungen und vorgefertigte Holzbaukonzepte aus. Ziel muss sein, moderne Holzbauweisen schneller und wirtschaftlicher umsetzen zu können.
Die Hauptstadtregion kann eine Vorreiterrolle beim klimafreundlichen Bauen übernehmen – etwa durch Pilotprojekte, die Weiterentwicklung des Holzbauclusters Berlin-Brandenburg und eine stärkere politische Unterstützung innovativer Holzbauquartiere.
Foto, v.l.: Anemon Strohmeyer (VHI), Ahmed Al Samarraie (DHV), Dr. Denny Ohnesorge (DHWR, HDH), Christian Gaebler, Thomas Rintsch, Georg Boese (DeSH)
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