HDH fordert stärkere Anreize für private Investitionen im Nationalen Gebäuderenovierungsplan
Der HDH begrüßt den Entwurf des Nationalen Gebäuderenovierungsplans (NBRP) als wichtigen Baustein zur Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie EPBD, fordert jedoch deutlich stärkere Anreize für private Investitionen, serielle Sanierungslösungen und den Einsatz holzbasierter Bauweisen. Die Sanierung des Gebäudebestands kann nur mit einer innovativen Privatwirtschaft, verlässlichen Förderbedingungen und einer stärkeren Industrialisierung des Bauens gelingen.
Der HDH kritisiert, dass der vorliegende Entwurf an vielen Stellen noch unvollständig ist. Insbesondere fehlen konkrete Zielwerte, Schwellenwerte und belastbare Fahrpläne für die Jahre 2030, 2040 und 2045. Für Unternehmen der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie sind klare politische Rahmenbedingungen jedoch entscheidend, um Investitions- und Produktionsentscheidungen treffen zu können.
Besonders hebt der HDH das Potenzial des seriellen und modularen Bauens sowie der seriellen Sanierung hervor. Vorgefertigte Holzbauelemente und der Nagelplatten-Binderbau könnten helfen, den Fachkräftemangel abzufedern, Baukosten zu senken und Sanierungen schneller umzusetzen. Zudem fordert der Verband stärkere Investitionsanreize für KMU und Handwerksbetriebe, etwa für Vorfertigungstechnik und Weiterbildung.
Darüber hinaus fordert der HDH, die CO₂-Speicherfunktion von Holzprodukten in den Lebenszyklusanalysen von Gebäuden konsequent anzuerkennen. Holzbasierte Baustoffe und Innenausbauprodukte leisten einen langfristigen Beitrag zum Klimaschutz und müssen deshalb bei der Bewertung des Treibhauspotenzials von Gebäuden berücksichtigt werden. Gleichzeitig dürfen neue Nachweispflichten kleine und mittlere Unternehmen nicht überfordern.
Auch die Förderarchitektur muss deutlich vereinfacht und stärker an die tatsächlichen Bau- und Sanierungskosten angepasst werden. Der Verband spricht sich unter anderem für höhere steuerliche Förderungen bei energetischen Sanierungen sowie für bessere Abschreibungsmöglichkeiten bei vermieteten Immobilien aus. Zudem fordert der HDH regional angepasste Einkommensgrenzen bei Förderprogrammen sowie bessere Rahmenbedingungen für schrittweise Sanierungen im Gebäudebestand.
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