Waldstrategie NRW: Priorität für Waldbewirtschaftung und Holznutzung bei Umsetzung entscheidend
Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) begrüßt die gestern vorgestellte Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen als wichtigen Ansatz, um die Wälder Nordrhein-Westfalens in die Zukunft zu entwickeln. Eine zentrale Voraussetzung sieht der Verband dafür in dem Zusammenspiel von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung, die bei der Umsetzung der Waldstrategie die zentrale Rolle einnehmen muss.
„Holz aus regionaler Waldwirtschaft ist der Schlüssel für die nachhaltige Transformation unserer Gesellschaft“, erklärt Julia Möbus, Geschäftsführerin des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH). Mit über 190.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mehr als 40 Milliarden Euro ist das Cluster Forst und Holz ein zentraler Wirtschaftspfeiler in Nordrhein-Westfalen. Damit dieser Sektor seine Funktion als Klimaschützer und Arbeitgeber weiterhin erfüllen kann, muss die Verfügbarkeit des Rohstoffs langfristig gesichert werden.
Klimaschutz braucht Holznutzung statt Stilllegung
Der DeSH begrüßt ausdrücklich, dass die Waldstrategie des Landes die Waldbewirtschaftung und die Verwendung von Holzprodukten als langfristige CO2-Senken anerkennt. Um den CO2-Ausstoß und damit auch die Klimafolgen für den Wald zu senken, appelliert der Verband, den Beitrag von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung zum Klimaschutz mit höchster Priorität einzustufen. Die stoffliche Nutzung von Holz ist als Ersatz für CO2-intensive, fossile Baustoffe unverzichtbar und damit auch für den Erhalt der Wälder der Zukunft.
Kritisch betrachtet die Säge- und Holzindustrie daher Bestrebungen, die Bewirtschaftung der Wälder weiter einzuschränken. Programme zur Totholzanreicherung (wie das Xylobius-Programm) oder Honorierungen für den Verzicht auf Holznutzung bergen die Gefahr, den notwendigen Aufbau klimastabiler Wälder auszubremsen und die ohnehin angespannte Rohstofflage durch die massiven Waldschäden der vergangenen Jahre massiv zu verschärfen. Der DeSH spricht sich daher klar gegen politische Pläne zur Flächenstilllegung aus. Diese seien der falsche Weg: Nur ein aktiv bewirtschafteter Wald könne zu einem klimastabilen Mischwald entwickelt werden, der langfristig Rohstoffe liefert. Der Verband plädiert stattdessen für integrative Ansätze, die Naturschutz und forstwirtschaftliche Nutzung effektiv vereinen.
Forderungen für einen starken Standort NRW
Um Wälder und Wirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen langfristig zu sichern, fordert der DeSH ein frühzeitig ansetzendes Kalamitätsmanagement, das gemeinsam mit der Industrie verlässliche Lagerkapazitäten aufbaut. Um einer drohenden Rohstoffknappheit entgegenzuwirken, plädiert der Verband außerdem für eine stärkere Aktivierung des Privatwaldes durch gezielte Beratung – statt durch Anreize für Stilllegungsflächen, die aus seiner Sicht falsche Signale setzen. Darüber hinaus setzt sich die Branche für eine landesweite Holzbau-Offensive sowie für den konsequenten Abbau baurechtlicher Hürden ein, um Holz als nachhaltigen Baustoff und effektiven Klimaschützer besser zu nutzen.
Zugleich richtet der DeSH einen Appell an die Landesregierung, die Sicherung der Rohstoffbasis nicht lediglich als „mittel“, sondern als „sehr dringlich“ zu bewerten. Eine verlässliche Versorgung der heimischen Betriebe sei entscheidend, damit Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich stark bleibt und seine Klimaziele erreichen kann.
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