Waldumbau-Booster- und Holzbauförderung richtige Ansätze
Heute hat die Bundesregierung das Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen und damit für alle Sektoren Leitplanken für den Weg zur Klimaneutralität 2045 gesetzt. Für den Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH) birgt das Programm richtige Ansätze für die Stärkung von Wald und Holz: der geplante „Waldumbau-Booster“ kann Tempo beim Aufbau klimastabiler Wälder machen und das angekündigte Förderprogramm für den Holzbau wird die klimafreundliche Transformation des Gebäudesektors voranbringen. Unklarheit bleibt weiter beim Gebäudemodernisierungsgesetz. Entscheidend wird jedoch die Ausgestaltung der Maßnahmen, Finanzierung und deren Umsetzung in der Praxis sein.
„Das Klimaschutzprogramm 2026 bietet für die Säge- und Holzindustrie erstmals Ansätze, um die Potenziale von Holz als heimischem Rohstoff systematisch in der Zukunft zu stärken“, erklärt DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus. „Nachdem Wald und Holz in den vergangenen Jahren unter dem Mantel des Klimaschutzes immer gegeneinander ausgespielt wurden, zeigen sich nun erste Ansätze, um Waldumbau und Holzverwendung zu verzahnen. Das ist grundsätzlich für die Branche und unsere Mitgliedsunternehmen ein wichtiges Signal in herausfordernden Zeiten. Aufgabe von Politik und Verbänden wird es nun sein, diese Ansätze in konkrete Maßnahmen zu überführen, die in der Praxis umgesetzt werden können“, so Möbus.
Waldumbaubooster vs. Extensivierung von Laubwäldern
Im Bereich der Landnutzung (LULUCF), zu dem auch der Wald und die Holzprodukte zählen, zeigt sich die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Klimaschutz mit 57 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten bis 2030 am deutlichsten. „Während in der Vergangenheit als Reaktion auf verfehlte Klimaschutzziele Einschränkungen der Waldbewirtschaftung vorangetrieben werden sollten, deuten sich im Klimaschutzprogramm mit der Einführung eines Waldumbau-Boosters nun erste Zeichen einer Kurskorrektur an“, so die DeSH-Geschäftsführerin. „Trotz dieser positiven Ansätze bei Waldumbau und Bewirtschaftung bleibt für uns jedoch unverständlich, dass die Nutzung von Laubholz weiter eingeschränkt werden soll. Denn Waldumbau bedeutet mehr Laubholz, dessen Verwendung vorangebracht statt eingebremst werden sollte.“
Holzbau-Förderprogramm ist Gewinn für Klima, Wohnraum und Wirtschaft
„Es ist absolut zu begrüßen, dass im Klimaschutzprogramm herausgestellt wird, dass der Holzbau die bisher einzige verfügbare Technologie ist, mit der Kohlenstoff dauerhaft im Gebäude gespeichert werden kann. Die Einführung eines eigenen Förderprogramms für den Holzbau ist daher ein folgerichtiger Schritt, vor allem da der Gebäudesektor seine Klimaschutzziele auch in diesem Jahr wieder verfehlt hat“, so Möbus. „Über den Klimaschutz hinaus, wird die Förderung des Holzbaus auch positive Effekte für die regionale Wertschöpfung vom Wald bis zum Zimmerer entfalten und damit die nachhaltigen Branchen in unserem Land stärken“.
Widersprüche auflösen und Umsetzung voranbringen
Die im Klimaschutzprogramm 2026 enthaltenden positiven Ansätze für Wald und Holz stehen jedoch im Widerspruch zu zahlreichen politischen Initiativen aus Berlin und Brüssel, wie der EU-Wiederherstellungsverordnung oder dem Förderprogramm „Klimawildnis“. „Wenn die Politik Klimaschutz mit Wald und Holz wirklich voranbringen will, müssen widersprüchliche Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme überarbeitet werden. Sonst droht ein Flickenteppich, der die guten Initiativen im Keim erstickt und große Potenziale verschenkt“, so Möbus abschließend.
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