HDH-Wahlmatrix Rheinland Pfalz
Bewertung der Wahlprogramme zur Landtagswahl Rheinland-Pfalz 2026 – Kurzüberblick
Nachfolgend eine Einordnung der Positionen der Parteien zu wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Energie- und Klimapolitik, Baupolitik sowie Wald- und Rohstoffpolitik aus Sicht der Holzindustrie. Die ausführliche Analyse stellen wir als Download bereit.
CDU
Die CDU stellt Wettbewerbsfähigkeit, Mittelstand und Bürokratieabbau in den Mittelpunkt ihrer Wirtschaftspolitik und setzt auf schnellere Genehmigungen sowie niedrigere Energiepreise. In der Energiepolitik verfolgt sie einen technologieoffenen Ansatz und lehnt zusätzliche landespolitische Verschärfungen ab. In der Waldpolitik setzt die CDU auf aktive Bewirtschaftung und lehnt zusätzliche Stilllegungen ab. Für die Holzindustrie relevant ist die grundsätzlich nutzungsorientierte Ausrichtung, allerdings fehlen konkrete Initiativen zur Förderung des Holzbaus und zur gezielten Sicherung der Rohstoffversorgung.
SPD
Die SPD verbindet Industriepolitik mit sozialpolitischen Vorgaben wie Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen und einer stärkeren Rolle des Staates. Sie unterstützt die Transformation hin zur Klimaneutralität durch Förderprogramme und setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Nachhaltige Bauweisen werden grundsätzlich befürwortet, eine eigenständige Holzbaustrategie fehlt jedoch. In der Waldpolitik steht nachhaltige Bewirtschaftung und Waldumbau im Fokus, konkrete Maßnahmen zur Rohstoffsicherung bleiben jedoch vage.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen verfolgen die ambitionierteste Klima- und Umweltpolitik und richten Wirtschaft und Baupolitik stark an Klimazielen aus. Nachhaltige Baustoffe und CO₂-arme Gebäude spielen eine zentrale Rolle, Holz wird als klimafreundlicher Baustoff positiv bewertet. In der Waldpolitik liegt der Schwerpunkt auf Biodiversität und Naturschutz. Eine klare Strategie zur Sicherung der Rohstoffbasis der Holzindustrie wird jedoch nicht formuliert.
Die Linke
Die Linke setzt stark auf staatliche Steuerung, soziale Regulierung und den Ausbau des öffentlichen Wohnungsbaus. Klimapolitisch verfolgt sie ambitionierte Ziele mit einem schnellen Ausbau erneuerbarer Energien. Holzbau und Rohstoffsicherung spielen im Programm jedoch keine erkennbare strategische Rolle. In der Waldpolitik steht der Schutz von Biodiversität und die Ausweitung von Naturschutzflächen im Vordergrund.
FDP
Die FDP setzt auf marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau und beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren. Klimaschutz soll technologieoffen und über Marktmechanismen erreicht werden. In der Baupolitik steht die Deregulierung im Mittelpunkt, eine spezifische Holzbaustrategie fehlt. In der Waldpolitik betont die FDP die nachhaltige Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung des Waldes, ohne jedoch konkrete Maßnahmen zur Rohstoffsicherung zu formulieren.
AfD
Die AfD lehnt zentrale Elemente der bestehenden Klima- und Energiepolitik ab und setzt auf konventionelle Energieformen sowie eine Abkehr von CO₂-basierten Instrumenten. In der Baupolitik liegt der Fokus auf schnellerem und kostengünstigerem Wohnungsbau ohne ökologische Vorgaben. Eine Strategie zur Förderung des Holzbaus oder zur Sicherung der Rohstoffbasis im Wald wird nicht formuliert.
Freie Wähler
Die Freien Wähler setzen wirtschaftspolitisch auf Mittelstand, regionale Wertschöpfung und Bürokratieabbau. In der Energiepolitik verfolgen sie einen pragmatischen Ansatz mit Fokus auf Versorgungssicherheit und regionaler Akzeptanz. Die Baupolitik zielt auf Vereinfachung und Kostensenkung ab. Holzbau und eine strategische Rohstoffpolitik für den Wald werden im Programm jedoch nicht ausdrücklich behandelt.
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